ANDREAS HAMACHER

 

Stahlskulpteur

Für meine Werkreihen "Haptikons", "Sprünge" und "Kondirate" lasse ich mich von der vielfältigen Formensprache der Natur leiten. Sie inspiriert mich, mit meinen Arbeiten Neues zu probieren, Formen zu suchen und zu entwickeln, die in ihr so nicht vorkommen.

 

Ich beginne meist mit Pappmodellen, z.B. Pappröhren, die ich beschneide, öffne, verschließe, wieder öffne und verklappe.

Dabei entsteht die eigentliche Form mit dem umschriebenen Raum im Inneren und Äußeren.

Die Materialität, Struktur und Textur kommen bei der Realisierung in Stahl zum Tragen.

Dort folge ich im Wesentlichen dem Modell, je nachdem was der Prozess gerade zulässt

oder auch verlangt.

Regionale Schrottplätze, mit ihren Baggern, Kränen, Schneidbrennern, Metallpressen und Hammerwerken eröffnen mir vielfältige technische Möglichkeiten und liefern das Ausgangsmaterial Stahlschrott.

Ein Werkstoff, aufgeladen mit Geschichte, gebraucht aber nicht verbraucht.

 

Die Materialität und Haptik der Dinge ist mir wichtig, beim Stahl ist es das Spannungsfeld zwischen dem schroff Abweisenden und dem scheinbar weich Einladenden, den kühlen blanken Texturen und den warmen Oxiden.

 

Wenn es gelingt, entstehen Arbeiten, mit denen ich dem Betrachter meine bildhauerische Sichtweise im eigentlichen Sinne "an die Hand" gebe. Es wird spürbar, was das Material zu leisten imstande ist, wenn es befreit ist von funktionellen oder wirtschaftlichen Zwängen.